Was ist der Kern des ITI-Ansatzes?

Integrierte territoriale Investitionen (kurz: ITIs) sind ein neuartiges Instrument der EU zur gezielten Umsetzung integrierter räumlicher Strategien und Konzepte. Sie ermöglichen eine ortsbezogene Bündelung von Fördermitteln – meist aus verschiedenen ESI-Fonds. Damit zielen sie auf eine vereinfachte Finanzierung von sektorenübergreifenden Maßnahmen bzw. von Kombinationen aus Investitionen in die physische Infrastruktur des EFRE in Verbindung mit immateriellen Investitionen des ESF. Dies soll größere Synergien zwischen den öffentlichen Investitionen hervorrufen und bei gegebenem Budget bessere Ergebnisse und Wirkungen erzielen.

Für kommunale Akteure bietet der integrierte Ansatz zur nachhaltigen Stadtentwicklung folgende Chancen:

  • Vereinfachte Finanzierung sektorenübergreifender Projektbündel durch Abstimmung zwischen den ESI-Fonds;
  • Erhöhte Finanzierungssicherheit für die Projektträger der integrierten Maßnahmen, da die Finanzmittel für die ITI-Förderung bereits zu Beginn festgelegt werden.

Nach aktuellem Aushandlungsstand der deutschen ESI-Förderprogramme wird das ITI-Instrument nur in wenigen Bundesländern angewandt werden.

Was kann gefördert werden und worauf sollte ich achten?

Die Definition eines ITI-Fördergebiets ist grundlegend für die Anwendung des ITI-Ansatzes. Das Fördergebiet wird in Abhängigkeit der jeweiligen räumlichen Entwicklungsbedarfe und Fragestellungen funktional bestimmt, muss sich also nicht zwingend an Verwaltungsgrenzen orientieren. ITI-Fördergebiete können für verschiedene Maßstabsebenen und Gebietskulissen festgelegt werden, vom Stadtviertel bis zu interregionalen, teils grenzüberschreitenden Bezugsräumen und von städtischen Großräumen bis hin zu eher ländlich geprägten Gebieten. Das ITI-Fördergebiet kann räumlich zusammenhängen. Es kann aber auch aus verschiedenen Bezugsräumen einer Region mit vergleichbaren Problemlagen bestehen, beispielsweise einem Netzwerk kleiner Städte. Es kann sich beispielsweise um mehrere periphere, strukturschwächere Küstenlandkreise mit gemeinsamen wirtschaftlichen, demographischen oder ökologischen Entwicklungspotenzialen bzw. -hemmnissen handeln. Förderinteressierte müssen sich also vergewissern, ob sie mit ihrer Projektidee in dem jeweiligen ITI-Fördergebiet liegen.

Inhaltlich setzen die Projekte zuvor erarbeitete integrierte Entwicklungsstrategien für das entsprechende ITI-Fördergebiet um. Der Mechanismus zur Erarbeitung dieser integrierten Entwicklungskonzepte ist flexibel und wird von den jeweiligen Programmverantwortlichen festgelegt. Die Konzepte gehen auf die spezifischen räumlichen Gegebenheiten und Entwicklungsbedarfe des definierten ITI-Fördergebiets ein und integrieren querschnittsbezogen alle relevanten Handlungsfelder.

Die Projekte können wieder das Förderspektrum des Fonds abdecken, aus dem sie durch die integrierte territoriale Investition (ITI) unterstützt werden. Die Finanzierung der Umsetzungsmaßnahmen einer ITI kann und sollte aus einer Kombination von EFRE- und ESF-Mitteln erfolgen. Auf diese Weise können die klassischen Infrastrukturinvestitionen des EFRE mit den immateriellen Investitionen in integrative beschäftigungs- und bildungspolitische Maßnahmen gezielt verknüpft werden. Im Rahmen des EFRE bietet der integrierte ITI-Ansatz auch die Möglichkeit, integrierte territoriale Investitionen (ITI) im Kontext der OPs der Europäischen territorialen Zusammenarbeit anzuwenden, z. B. zur vereinfachten Umsetzung einer integrierten Stadtentwicklungsstrategie an der Grenze zweier Nachbarstaaten.

Zur Anwendung der ITI müssen vorab Festlegungen bezüglich der ITI-Verwaltung getroffen werden. Die Governance-Strukturen müssen nicht zwingend als bottom-up-Prozess organisiert werden, sondern können auch top-down angelegt werden oder Elemente von beidem enthalten. Die Verwaltungsbehörden der ESI-Förderprogramme können entscheiden, ob und wie sie lokalen Behörden, NROs oder Regionalentwicklungsstellen einen Teil der Zuständigkeiten für Administration und Umsetzung der ITI-Maßnahmen übertragen. So kann bei der Umsetzung einer integrierten territorialen Investition (ITI) auch der LEADER-Ansatz mit einbezogen werden.

Wo kann ich mich über all das weiter informieren?

Nähere Informationen zu potenziellen Fördermöglichkeiten und Ansprechpartnern integrierter territorialer Investitionen (ITI) in Ihrem Bundesland erfahren Sie hier.

Die Generaldirektion Regionalpolitik der EU-Kommission hat außerdem ein Informationsblatt zu dem Instrument der integrierten territorialen Investitionen (ITI) herausgegeben.

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