Handlungsfeld Nachhaltige Mobilität

Wo LEADER-Region Eifel (15 ländliche Kommunen mit rund 250 Dörfern in den Kreisen Düren und Euskirchen sowie der Städteregion Aachen), ca. 170.000 Einwohnerinnen und Einwohner (2007), Nordrhein-Westfalen
Begründung für Good Practise Innovatives und ausgezeichnetes Projekt zur Lösung mobilitätsbezogener Infrastrukturschwächen in ländlichen Räumen
Projektträger Lokale Arbeitsgruppe (LAG) Eifel
Projektvolumen 66.000 € für die Finanzierung einer halben Personalstelle
Mittelherkunft 36.000 € LEADER-Förderung (ELER) und 30.000 € Kofinanzierung der drei beteiligten Landkreise zusammen für die Finanzierung der Personalstelle zur Projektleitung
Projektlaufzeit 2013 bis 2014
Handlungsfeld Nachhaltige Mobilität
Fördergegenstand Umsetzung integrierter, territorialer Ansätze; Produktentwicklung, Information, Kommunikation, Beteiligung; Vernetzung und Kooperation; Koordination der örtlichen Modellprojekte (im ländlichen Raum); Monitoring; Evaluierung

 

Geteilte Nutzung von Fahrzeugen im ländlichen Raum und der Wandel zur nachhaltigen Mobilität

In den meisten ländlichen Räumen müssen täglich vergleichsweise weite Distanzen überwunden werden, um Versorgungseinrichtungen, den Arbeitsplatz oder Freizeiteinrichtungen zu erreichen. Der ÖPNV ist dabei nicht immer eine Alternative zum Individualverkehr. Im LEADER-Projekt „E-ifel mobil" werden daher Organisationsformen für die geteilte Nutzung von Fahrzeugen im ländlichen Raum anhand von fünf örtlichen Modellprojekten erprobt. Diese lokal umgesetzten Modelllösungen zeigen Möglichkeiten für den Wandel hin zu einer nachhaltigen Mobilität auf. Sie unterstützen Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verwaltungen gleichermaßen bei der Suche nach Mobilitätsalternativen. Im Fokus der Projekte stehen die örtlichen Prozesse, mit denen die verschiedensten Nutzerinnen und Nutzer zusammengeführt werden können sowie die Information und Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger bezüglich der Themen Mobilitätswandel, Elektromobilität und regenerative Stromerzeugung in der Region.

Der besondere Innovationscharakter des Projektes zeichnet sich durch die Verbindung der Themen „Carsharing und Elektromobilität“ mit der „bürgerschaftlichen Selbsthilfe- und -Organisation“ aus sowie der Etablierung nachhaltiger Mobilitätskonzepte im ländlichen Raum. Dies geschieht mittels „Dorfautos“ oder „Pedelecs“, die von den Nutzerinnen und Nutzern (online) gebucht bzw. ausgeliehen werden können. Auf diese Weise wird es Nutzerinnen und Nutzern mit unterschiedlichen Mobilitätsbedarfen ermöglicht, sich individuell, unabhängig und ökologisch nachhaltig im (ländlichen) Raum zu bewegen, wodurch die Strukturentwicklung und Standortattraktivität gefördert werden.

 

Nach erstem erfolgreichen Projekt bereits mehrere "Dorfautos" und Pedelecs im Einsatz

Für das Projekt werden in erster Linie Synergien zwischen der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) und lokalen Akteuren sowie regionalen Partnerinnen und Partnern genutzt. Dabei sind die Kreise Düren und Euskirchen, die Städte-Region Aachen, die regionalen Energieversorger „Energie Nordeifel GmbH“ und „EWV Energie- und Wasserversorgung GmbH“ sowie das Regionalmanagement der LEADER-Region Eifel gemeinsam verantwortlich für das Projekt, haben jedoch unterschiedliche Funktionen.

Das Regionalmanagement der LEADER-Region hatte die Projektidee und setzte Impulse für die Koordination, während die Lokale Aktionsgruppe die einzelnen örtlichen Modellprojekte im Rahmen einer halben Projektstelle für zwei Jahre (2013/2014) begleitet und betreut. Die generierten Fördermittel aus dem ELER (inkl. der Kofinanzierung durch die Landkreise) werden zur Finanzierung dieser Personalstelle aufgewendet. Zu den Aufgaben im Rahmen dieser Stelle gehören vor allem die Dokumentation und Evaluation (durch Befragungen und die Erstellung von Nutzerprofilen) der Testphasen sowie Hilfestellungen beim Aufbau der dauerhaften Betriebsmodelle bei einem andauernden Interesse der Nutzer.

Die regionalen Energieversorger „EWV“ und „Energie Nordeifel“, die aktiv den Ausbau regenerativer Stromerzeugung in der Eifel fördern und mittels der elektrischen Dorfautos gezielte Öffentlichkeitsarbeit betreiben, stellen die Elektro-Fahrzeuge sowie ihre fachliche Kompetenz zur Verfügung, während die Kreise Düren und Euskirchen sowie die Städte-Region Aachen gemeinsam die Kofinanzierung für das Projekt leisten. Da das Projekt im fortgeschrittenen LEADER-Prozess gestartet wurde, konnte auf ein entsprechend großes Netzwerk möglicher Partner in der Region zurückgegriffen werden.

Das erste Eifeler Dorfauto startete am 01.07.2013 in Blankenheim-Freilingen für eine Testphase von neun Monaten. Während dieser Phase und im Anschluss daran entstanden an vier weiteren Standorten Dorfautoangebote, die teilweise auch noch um Pedelecs ergänzt wurden, wobei jedes Dorfauto eine eigene Testphase durchlaufen hat oder noch durchläuft und mit den verschiedenen Projekten auch unterschiedliche Modelle ausprobiert werden. Ein weiteres Dorfauto ermöglicht den Bewohnerinnen und Bewohnern von Hürtgenwald-Gey nachhaltige Mobilität auf Abruf („Dorfauto Gey“), seitdem es am 01.09.2013 in Betrieb genommen wurde. Das Angebot in Gey wurde zudem durch zwei Pedelecs erweitert. Die Testphase lief bis Ende April 2014 und wird nun ausgewertet. Auf Grund der erfolgreichen Umsetzung und der hohen Nachfrage laufen bereits die Vorbereitungen zur Verfestigung des Angebots des Dorfautos in Gey. Eine Besonderheit ist hierbei, dass das Dorfauto Gey nicht von einem der Energieversorger zur Verfügung gestellt wurde, sondern der Kreis Düren das Elektroauto für den Modellzeitraum gemietet hat.

Das Projekt "E-ifel mobil" ist einer der Preisträger des bundesweiten Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" 2014. Der Wettbewerb zeichnet Projekte aus, die unter dem Motto „Innovationen querfeldein - Ländliche Räume neu gedacht" Lösungen für die Herausforderungen der ländlichen Regionen entwickeln. Das Projekt E-ifel mobil wurde für dessen Zukunftsorientierung, Innovation, Umsetzungsstärke sowie Vorbildwirkung anerkannt und prämiert.