Handlungsfeld Nachhaltige Risikovorsorge und Anpassung an den Klimawandel

Wo Partnerschaft nordwesteuropaeischer Städte (siehe unten)
Begründung für Good Practise Intensiver Austausch und Vernetzung von Akteuren sowie partnerschaftliche Umsetzung von Modellvorhaben zur Anpassung an Klimawandelrisiken in städtischen Räumen
Projektträger Lippeverband (Lead Partner)
Projektvolumen 12.651.239 €
Mittelherkunft 6.325.620 € (50 Prozent) Eigenmittel;
6.325.620 € (50 Prozent) EFRE (Europäische territoriale Zusammenarbeit IV B (auch INTERREG IV B)
Projektlaufzeit 10. Mai 2007 bis 31. Dezember 2014
Handlungsfeld Nachhaltige Risikovorsorge und Anpassung an den Klimawandel
Fördergegenstand Strategieentwicklung, Konzept- und Teilkonzeptentwicklung, Vernetzung und Kooperation, Wissenstransfer, Evaluierung, bauliche Maßnahmen

 

Zukunftsfähige Städte im Zeichen des Klimawandels

Funktionierende Stadtregionen stellen eine besonders wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Stadtentwicklung dar. Mittlerweile leben 80 Prozent der Bürger in der Europäischen Union in Städten. Gleichzeitig sind urbane Lebensräume in besonderem Maße anfällig gegen Wetterextreme wie Stürme, Hitzewellen, Starkregen oder Überschwemmungen, die infolge des Klimawandels zuzunehmen drohen. Entsprechend sind vorausschauende Strategien notwendig, damit sich die europäischen Städte an den Klimawandel und die damit verbundenen Risiken anpassen können und resistenter gegenüber Auswirkungen des Klimawandels werden.

„Future Cities – Urban Networks to Face Climate Change“ ist ein durch den „Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung“ gefördertes Projekt, das verschiedene nordwesteuropäische Städte untereinander vernetzt. Die Projektpartnerinnen und Projektpartner arbeiten gemeinsam an Lösungen zur klimatauglichen Gestaltung von Stadtstrukturen. Sie kooperieren zur Entwicklung von Bewertungsmethoden und Planungsinstrumenten, die Entscheidungen im Rahmen einer nachhaltigen Stadtentwicklung unterstützen können. Ein wesentliches Ziel ist es, spezifische und sektorale Kompetenzen der Projektpartner zusammenzubringen und gegenseitiges Lernen zu initiieren. Die Future-Cities-Partnerschaft zielt daher darauf, Konzepte und Umsetzungsstrategien zu entwickeln, die:

  • innovativ sind – d. h. bisher noch nicht auf der praktischen Ebene umgesetzt werden
  • darauf abzielen, größeren finanziellen Aufwand zu verhindern – indem sie bei der Vorsorge ansetzen
  • durch kombinierte Maßnahmen Synergie-Effekte nutzen und kosteneffizient sind

Das Ziel ist die Anpassung an den Klimawandel durch vorausschauende Planung und zukunftsfähige Stadtentwicklung. Schäden an Menschen und Infrastruktur sollen durch ein proaktives Handeln gar nicht erst entstehen.

Zu den Projektpartnerinnen und Projektpartnern gehören der Lippeverband (D) als Lead-Partner sowie: die Emschergenossenschaft (D), Municipality of Arnhem (NL), Hastings Borough Council (UK), Municipality of Nijmegen (NL), Rouen Seine Aménagement (FR), Municipality of Tiel (NL) und West Vlaamse Intercommunale (BE).

 

Vorausschauend und mit vielfältigem Nutzen Städte entwickeln

Die Maßnahmen, die innerhalb des Future-Cities-Projektes umgesetzt werden, sollen möglichst vorausschauend und proaktiv sein und zudem als „No-Regret“-Maßnahmen konzipiert werden. Als Beispiel dafür: Ein Gebiet ist zukünftig besonders von häufiger zu erwarteten Überschwemmungen bedroht und zu wenig gegen daraus resultierenden Schäden abgesichert. Als wirksame Maßnahme, um Wassermassen infolge möglicher Starkregen besser aufnehmen zu können und so die Überschwemmungsgefahr deutlich zu verringern, wird eine Flussrenaturierung identifiziert. Mit der Durchführung der Maßnahme werden zusätzlich ökologische und ästhetische Mehrwerte geschaffen.

Folgende Bereiche sind Bestandteil der Projektumsetzung:

  • Anpassungskompass: Er ist eine Bewertungs- und Planungshilfe für die Anpassung an den Klimawandel und die frühzeitige Abwehr von Risiken und Gefahren, die durch ihn entstehen. Er besteht aus fünf Modulen: Verwundbarkeit prüfen, Klimawandel und dessen Auswirkungen kennenlernen, Risiken und Chancen abschätzen, Anpassungsmaßnahmen erkunden, Handlungsbedarf bestimmen. So können Hitzewellen, die vor allem für Kinder und ältere Menschen gefährlich sind, durch städtische Hitzeinseln noch verstärkt werden. Urbane Grünflächen mildern dies durch ihre kühlende Wirkung ab. Oder die verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energien kann durch eine Verringerung des CO2-Ausstoßes den Klimawandel abmildern.
  • Umsetzung von Modellvorhaben zur Anpassung an den Klimawandel. Dabei arbeiten mindestens zwei Städte eng bei ihren Planungen und Umsetzungen zusammen (Twinning). Bei der Zusammenstellung der Partnerschaften wird darauf geachtet, dass sich Akteure der Partnerstädte in ihren Expertisen gegenseitig ergänzen. Die Vertreterinnen und Vertreter der kooperierenden Städte können im Zuge ihrer Zusammenarbeit Good-Practice-Beispiele der Partnerstadt kennenlernen und sich über Erfahrungen austauschen. Rasche und unkomplizierte Hilfe bei der Umsetzung ähnlicher Projekte in der eigenen Stadt ist dank dieser Vernetzung schnell zur Hand.
  • Projektevaluation zur Überprüfung der Praxistauglichkeit der Bewertungsmethodik (s. o.) und zu ihrer Weiterentwicklung
  • Öffentlichkeitsarbeit, z. B. in Form von Regionalkonferenzen, dient dazu, den Klimawandel und die nötigen Anpassungsstrategien für die Bürger visuell erfahrbar zu machen.

Es gibt schon einige neue Ausblicke und Entwicklungen zu diesem Projekt. So hat die Stadt Unna in Nordrhein-Westfalen begonnen, den Anpassungskompass anzuwenden und das Future Cities Network unterstützt beratend eine Netzwerkinitiative zur Klimaanpassung der EU-Generaldirektion Klima.

Logo Future Cities

Quelle: Future Cities

Karte Nordwesteuropa mit Projektstandorten Wasserstandspegel

Literatur:

Leadpartner des Interreg IVB-Projekts FUTURE CITIES: Lippeverband (Hrsg.) (o. J.): FUTURE CITIES Anpassungskompass. Leadpartner des Interreg IVB-Projekts FUTURE CITIES: Lippeverband (Hrsg.) (2013): The FUTURE CITIES Guide.

Weblinks: